B.O.D.Y. / 2000-2010
 
 
 
   
 

Foto 2 - 3: B.O.D.Y. 2000-2009, die Austellung "Sophia" - GEDOK Bonn 15.5 - 21.8.2011 im Frauenmuseum Bonn, Foto 3 fotografiert von Jürgen Reggentin
Foto 4 - 6 : B.O.D.Y. 2000-2009, die Ausstellung im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Berlin, 22.10-28.11 2010
Foto 7 : B.O.D.Y. 2000-2009, die Ausstellung im foto image factory in Berlin, 27.9-14.10 2010


Das Projekt "B.O.D.Y." besteht aus Bildern und aufgenommene Sounds von verschiedenen Leuten, Nationalitäten, Geschlecht und Altersgruppen, sowie einem Teil von mir selbst.

Mein audiovisuelles Konzept zum Thema Körper bezieht die beiden Gefühle der Nähe und der Entfernung ein. Ich versuche eine virtuelle Welt der empfindlichen Berührung zu erschaffen, die mit den geteilten Sinnen des Anderen umgeht.

Das Projekt ”B.O.D.Y.“ 2000-2009

Das Performanceprojekt „sensation of motion in time“ begann im Jahre 2000 zusammen mit zwei Schauspielerinnen vom Theater Thikwa und einem Berliner Theaterprojekt von Schauspielerinnen mit und ohne Behinderung. Es war ursprünglich konzipiert als ein Auftritt mit einer Videoinstallation zum Thema „Zeit, Raum und Körper“, der im Rahmen der Ausstellung „touch“ im Künstlerbahnhof Westend von der Karl-Hofer-Gesellschaft aufgeführt wurde. Beide Schauspielerinnen, mit denen ich damals zusammenarbeitete, litten unter spastischen Lähmungen. Im Jahre 2003 habe ich zusammen mit zwei weiteren Schauspielerinnen vom selben Theater an meinem Performanceprojekt „sensation of motion in time #2“ gearbeitet. Die Performance wurde im Rahmen der Ausstellung „(in-) perfekte Menschen“ im Martin-Gropius-Bau aufgeführt.

Während dieser zweiten Aufführung ist die visuelle Arbeit „body landscape“ entstanden, bei der ich damit begann, (mikrokosmische) Nahaufnahmen von Teilen der Körper und der Haut zu erstellen. Dabei dachte ich über die Natur nach und verglich sie mit gesellschaftlichen Kriterien der Schönheit. Bäume und Pflanzen in natürlichen Umgebungen haben ihre eigenen Formen und keine festen Normen bezüglich ihres Aussehens. Mit meinem auf die Landschaft gerichteten Blick wurde mir verdeutlicht, wie wertvoll das Leben ist. Mit den (mikrokosmischen) Nahaufnahmen von Körperteilen in der Arbeit „Landschaft des Körpers“ frage ich nach Identität, Gender, Schönheitsidealen und Körper(-gefühlen). Bis heute arbeite ich immer wieder mit dem Thema „Zeit, Raum und Körper“ und setze diese Thematik in verschiedenen Medien wie Fotografie, Video und Klang, Performance und Mixed-Media-Installationen um.

Die Wand-Installation „B.O.D.Y.“ besteht aus einer Serie von 20 Archival-Fine-Art-Print-Fotos auf einer Fläche von 20x100 cm mit Fotosec-Versiegelung sowie sieben Tonspuren auf sieben Binaural-Kopfhörern, die Aufnahmen von Menschen verschiedener Nationalitäten, Geschlechter und Altersstufen umfassen. Die 20 Fotoaufnahmen von verschiedenen menschlichen Körpern werden nebeneinander im Abstand von ca. 10 – 25 cm ausgestellt und dabei abgestuft nach ihrer Helligkeit von hell nach dunkel oder von dunkel nach hell angeordnet (es gibt keinen Anfang und kein Ende eines Bildes). Dazu gibt es die sieben Tonspuren auf dem Binaural-Kopfhörer zu hören (individuelles/einzellnes Hören-individual hearing in the closed system). Zusammen mit der verdoppelten Intimität durch die akustische Einspielung wird die Sensibilität der Körper betont: Das physische Hören durch Binaural-Kopfhörer wird zu synthetisierten Tönen, die eine Vorstellung von der Tätigkeit der inneren Organe geben, wie regelmäßiger Rhythmus des Herzschlags, des Atems und der Geräusche von Organen – eine „Eingeweidevorstellungskraft“. Die Intensitäten, sowohl im Hör- als auch im Sehbereich, stimulieren die Vorstellungskraft des Betrachters – dies führt zu einer Sensibilisierung für sonst unsichtbare Details der lebenden Körper. Diese Wandinstallation wurde mit einer Collage-Technik gestaltet und der Klang nach der sogenannten „dépaysement“-Methode des Surrealismus umgesetzt. Die Wirkung des visuellen Teils der Installation wird bekräftigt durch die Töne, die ein sensueller Ausdruck für das Hören sind und denen sich der Betrachter letztlich vollkommen widmet, sodass er sich eigene Bilder vorstellen oder frei assoziieren kann. Die Abstufung von hell nach dunkel oder umgekehrt ist eine Metapher für „Zeit, Raum und Körper“ in der Natur, also für Leben und Tod.

B.O.D.Y. - 7 x Sound (elektroakustischer Klang)
Erika Matsunami
Tonmeister: Niklas Schmincke

Klang Komposition:

©Erika Matsunami und Niklas Schmincke (GEMA, Germany)

Maße: 590-875 (variabel) x100 cm, 7 x Klänge (7 x MP3-Player + Binaural-Kopfhörer)
Skizze-Raum-Modell 1, Skizze-Raum-Modell 2

Performance im Raum mit der 5 diskret-temporäre Soundinstallation

Ausstellung:

2012

-   "B.O.D.Y." - Ausstellung imaginarium III, kuratiert von Africa Rodriguez Arias, Spain und der Galerie Wedding Dr. Katia David in der Galerie Wedding, 15 Juni - 11 Augst 2012
2011
-   „B.O.D.Y.“ – hidden codes (2000-2011) - einzelne Ausstellung organisiert von Natasha Bordiglia, Diip - L’Associazione culturale Diip, in einer privaten Wohnung in Cannaregio, Venedig, Italien, 7. September - 22. Oktober 2011
-   „B.O.D.Y.“ – 20 x Fotografie/ 7 x Sound (elektroakustischer Klang) - die Wand Installation, die Ausstellung "Wo ist Sophia? Die Weisheit des Leibes." - GEDOK Bonn15.5 - 21.8.2011 im Frauenmuseum Bonn, kuratiert von Julitta Franke und Gerda Naujoks
2010
-   „B.O.D.Y.“ –20 x Fotografie/ 7 x Sound (elektroakustischer Klang) - die Wand Installation, die Ausstellung GEDOK Berlin 1960-2010 Positionen der Gegenwart, 22.10 - 28.11.2010 im Kunstraum Bethanien, "Positionen 1960-2010, 50 Jahre GEDOK Berlin" kuratiert von Dr. Birgit Möckel, Berlin
-   „B.O.D.Y.“ – 20 x Fotografie/ 7 x Sound (elektroakustischer Klang)- die Wand Installation, die Ausstellung im das foto image factory, 27.9 - 15.10 2010, Berlin
-   „B.O.D.Y.“ – Online Ausstellung "ZWISCHENRAUM für KUNST" von der Heinrich-Böll-Stiftung,
-   „B.O.D.Y.“ – Entwurf - die Ausstellung " We are the islands" im Projektraum/Bethanien in Berlin, 25.7. - 28.7 2010
2009
-   „B.O.D.Y.“ – "SPACE IS STRUCTURATION OF BODIES IN TIME“ #01 und #02 - Videoperformance/Mixed Media Installation, die Ausstellung „o.T.- Wer die Wahl hat“, kuratiert von Karin Scheel, GEDOK Berlin im verborgenen Museum und Pyramide Hellersdorf, 14. August – 27. September
-   „B.O.D.Y.“ – 4 x Photografie/ Sound (elektroakustischer Klang) - die Wand Installation, Ausstellung „unbeschreiblich weiblich“, kuratiert von GEDOK Berlin und Hamburg im Kunstforum der GEDOK Hamburg, 7. Juli – 31. Juli